Der GospelChor Saarbrücken










Der GospelChor



Der GospelChor Saarbrücken

Der GospelChor Saarbrücken wurde 1986 von dem damaligen Saarbrücker Studentenpfarrer Dr. Wilhelm Otto Deutsch gegründet, der den Chor bis Juli 2014 geleitet hat.




Freedom is Coming - Lieder der Befreiung

Regionalkirchentag 1988

Unser Auftritt beim Regionalkirchentag 1988

Afrikanische Trommeln

Afrikanische Trommeln begleiten unseren Gesang

Dr. Deutsch hatte mehrere Jahre als Universitätsdozent in Swaziland, einem Nachbarstaat Südafrikas, gearbeitet und von dort eine Sammlung von Liedern mitgebracht, die bis dahin in Deutschland so gut wie unbekannt waren. Die Lieder aus dem südlichen Afrika sind geprägt von der Erfahrung der Unterdrückung und des Widerstandes im Apartheid-System, ebensosehr aber auch von der Hoffnung auf Befreiung und Gerechtigkeit.


Zur Bedeutung des Singens im Uberlebenskampf sagte ein südafrikanischer Theologe Anfang 1994, kurz vor den ersten allgemeinen und freien Wahlen, in Johannesburg:

" Südafrikaner sind ein singendes Volk. Wir haben während der Zeit der Apartheid nicht deshalb gesungen, weil wir glücklich waren. Wir haben auch dann gesungen, wenn wir weinten. Wir haben gesungen, um uns nicht zerbrechen zu lassen. Wir haben gesungen, um zu überleben ".

Diese Lieder von großer emotionaler und spiritueller Kraft bilden das Kernstück des Chor-Repertoires. Hinzu kommen Spirituals aus den USA, deren Entstehung in ähnlicher Weise in der Erfahrung der Sklaverei und der Sehnsucht nach Befreiung wurzelt.

Hörbeispiel: Freedom is Coming ( 1:48 min - 1,64 MB )

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Außerdem singt der Chor bei verschiedenen Anlässen auch Lieder aus Lateinamerika, Ostasien, Zentral- und Ostafrika. Einen guten Eindruck von all diesen musikalischen Traditionen vermittelt die CD Freedom is Coming!, die 1995 veröffentlicht wurde. Eine zweite CD, Come On! (1999), erweitert diesen Bestand, wieder angereichert mit neueren Gospels aus der US-Tradition.

Hörbeispiel: Amazing Grace ( 3:13 min - 3,0 MB )

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Missa Gaia - eine Messe für die Erde mit Tier-und Menschenzungen

St. John the Divine, New York

St. John the Divine, New York

1995 führte der Chor zum ersten Mal in Europa die Missa Gaia auf - eine Rock-Messe des amerikanischen Saxophonisten Paul Winter, die dieser 1981 zum 800. Geburtstag des Hl. Franz von Assisi geschrieben hatte und die in der größten gotischen Kathedrale der Welt, St. John the Divine, in Manhattan (New York) uraufgeführt wurde.

In der Messe "singen" - ganz im Geist des Franz von Assisi - Menschen und Tiere zusammen. Sie hat ihren Namen von der Gaia-Hypothese der amerikanischen NaturwissenschaftlerInnen James Lovelock und Lynn Margulis, die besagt, "daß alle lebende Materie der Erde, von den Walen bis zu den Viren, von den Eichen bis zu den Algen, eine einzige lebendige Einheit bildet".

Aus diesem Verständnis heraus fügte Paul Winter nicht nur Tierstimmen in die Messe ein, sondern leitete auch die Grundmotive klassischer Messeteile aus charakteristischen Tierrufen ab: so das Kyrie vom Heulen des Tundra-Wolfs und das Sanctus vom Gesang der Buckelwale. In diesen Stücken lernt der Mensch das Singen buchstäblich von den Tieren!

Der GospelChor führte diese Messe zusammen mit der Band des Ev. Jugendwerks an der Saar auf. Begeistert aufgenommenen Konzerten beim Ev. Kirchentag 1995 in Hamburg folgten ausverkaufte Vorstellungen in Saarbrücken (1995 und 1996) sowie Aufführungen im Ulmer Münster, in der Kathedrale von Luxembourg sowie gotischen Kirchen in Mühlhausen und Erfurt(1996). Weitere Aufführungen fanden 1997 und 1998 in Riegelsberg, Trier, Dillingen, Neunkirchen und Saarbrücken statt. Danach folgte der Chor der Einladung des Komponisten, die Missa Gaia mit ihm zusammen am 4. Oktober 1998 in der Kathedrale St. John the Divine in New York, ihrem Ursprungsort, zu feiern. Im Jahr 2000 führte der Chor dann auf Einladung des Umweltministeriums der Landesregierung des Saarlandes die Missa Gaia als ein Begleitprojekt zur "EXPO 2000" in der St. Arnualer Stiftskirche noch einmal auf, und im Januar 2001 im Franziskanerkloster Vossenack-Hürttgenwald.  Im Mai 2006 folgte eine Aufführung während des Katholikentages in Saarbrücken und dann im Juni 2007 während des Ev. Kirchentags in Köln.

Von der Aufführung mit der choreigenen Band in der ausverkauften Saarbrücker Stiftskirche St. Arnual gibt es einen Live-Mitschnitt auf CD (Oktober 2000).

Hörbeispiel: Sound Over all Waters ( 4:26 min - 4,1 MB )

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Godspell - ein Musical nach dem Matthäus-Evangelium

Godspell beim Kirchentag in Stuttgart 1999

Godspell" beim Kirchentag in Stuttgart 1999

1997 hat der Chor das Musical Godspell in einer oratorischen Fassung erarbeitet, das der Amerikaner Stephen Schwartz 1971 zeitgleich mit Andrew Lloyd Webber's Jesus Christ Superstar geschrieben hatte, das aber in Deutschland eher unbekannt geblieben ist. Leonard Bernstein war von dem Musical begeistert und lud Stephen Schwartz 1972 zur Mitarbeit an seinem eigenen Werk Mass ein. Stephen Schwartz gewann 1996 übrigens den Oscar für die beste Filmmusik für den Film Pocahontas.

Die erste Aufführung von Godspell durch den GospelChor fand im Juli 1997 in Illingen statt, die Presse sprach von " mitreissender Musik vor einem begeisterten Publikum ". Weitere Aufführungen folgten 1998 in Saarbrücken, 1999 in Rimschweiler und Klarenthal und 2000 in Dillingen. Einen Höhepunkt dieses Projekts bildeten zwei Aufführungen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart Juni 1999.




Im März 2000 war der Chor zu einem Black Gospel Workshop in Glen Ellyn bei Chicago eingeladen.




Duke Ellington, Sacred Concert

Sacred Concert in der Saarbrücker Johanneskirche

Sacred Concert in der Saarbrücker Johanneskirche

Auf ein ganz neues Terrain, nämlich das des Jazz, wagte sich der Chor mit der sehr seltenen Aufführung von Duke Ellington's Sacred Concert 2002 und 2003 vor. Für dieses "geistliche Konzert" konnte die Landesschüler-Bigband des Saarlandes Jazz Train (Leitung: Matthias Ernst) zur Mitarbeit gewonnen werden. Das Werk verbindet mitreißende Swing-Musik mit der persönlichen tief verwurzelten Religiosität des Komponisten.

Aufführungen in der Saarbrücker Johanneskirche (ausverkauft an zwei aufeinander folgenden Abenden) und in der Illipse in Illingen folgten zwei Aufführungen beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin im Mai 2003 - eine davon vor mehr als 4000 Zuhörern. Von der Aufführung in Illingen hat der Saarländische Rundfunk eine Aufnahme produziert, die als CD erhältlich ist und auf SR 3 (August 2003) und SR 2 (September 2003) gesendet wurde.




Gospels mit Big Band

Gospelchor mit Bigband des Polizeimusikkorps

Gospelchor mit Bigband des Polizeimusikkorps

Im Februar 2007 führten wir zusammen mit der Big Band des Polizeimusikkorps des Saarlandes in der Saarbrücker Ludwigskirche Gospels aus den USA auf, die Chorleiter Otto Deutsch speziell für diese Besetzung arrangiert hatte. Das Echo war so ermutigend, dass wir damit noch zweimal auftraten: im September in St. Ingbert-Hassel und im November in SLS-Fraulautern. Die beiden letzten Konzerte schlossen mit einer eigens arrangierten Version von Oh Happy Day.


Hörbeispiel: Oh, Happy Day ( 3:08 min - 2,9 MB )

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Konzertreise in die USA nach Washington im Herbst 2009

Gospelchöre Sbr und St. Augustin mit Bigband der Polizei

Konzert in St. Augustin, Washington DC

Der Gospelchor und die Bigband des Polizeimusikkorps des Saarlandes waren im Oktober 2009 von der Katholischen Kirchengemeinde St. Augustin in Washington, DC, in den USA eingeladen, dort mit ihrem gemeinsamen Programm ein Konzert zu geben.

An St. Augustin, der Mutterkirche der Schwarzen in Washington, war einer der Hauptkomponisten dieses Programms, Leon Roberts, 16 Jahre lang Chorleiter. Er gilt allgemein als der Kirchenmusiker in den USA, der den Gospelgesang in die katholische Liturgie eingeführt hat

Der Chor wurde von dem dortigen Gospelchor außerordentlich herzlich aufgenommen, und das Konzert in dieser Kirche wurde ein voller Erfolg. Am Ende sangen beide Chöre zusammen "He Has the Power" von Leon Roberts.

Am Tag darauf folgte ein Konzert in dem renommierten Kennedy Center for the Performing Arts, das live im Internet zu verfolgen war und noch heute zu finden ist.





Ein Gegenbesuch und unser Jubiläum

Fotokollage mit beiden Chören

Collage von beiden Chören

Im Sommer 2011 besuchte uns dann der St. Augustine Gospel Choir in Saarbrücken. Neben Konzerten, die der Chor gab, um seine Reise zu finanzieren, veranstalteten wir auch ein gemeinsames Konzert in einer überfüllten, aber begeisterten Kirche in Klarenthal.

Jubiläum 2011

Jubiläum 2011

Im Dezember 2011 feierten wir unser 25jähriges Bestehen mit einem Konzert, das die Stadt Saarbrücken in der Ludwigskirche in Saarbrücken veranstaltete. Es stellte einen Querschnitt durch unser gesamtes Repertoire dar und veranlasste das Publikum zu begeistertem Applaus. Voranging ein Empfang im historischen Ratssaal durch die Stadt Saarbrücken.





Ein Abschied und ein Neueinstieg

Abschiedkonzert

Abschiedkonzert

Im Juli 2014 verabschiedete sich Chorleiter Wilhelm Otto Deutsch im Alter von nunmehr 70 Jahren von seinem Chor. Er hatte ihn gegründet und 28 Jahre geleitet. In drei Konzerten in der Johanneskirche in Saarbrücken und in der evangelischen Kirche in Klarenthal bedankte er sich bei dem Chor und dem zahlreich erschienen Publikum für diese Zeit. Bei einer Abschiedsparty zwischen den Konzerten dankten ihm die Chormitglieder ihrerseits für seinen Einsatz, seine Ideen und seine "Geduldi". Die Presse zitierte ihn: "Ich liebe meinen Chor. Aber es ist wie mit eigenen Kindern: Irgendwann muss man sie gehen lassen!"


Ulrich Seibert

Ulrich Seibert

Als seinen Nachfolger wählte der Chor den neuen Kantor an der Ludwigskirche und Kreiskantor Ulrich Seibert, der zwar aus dem Saarland stammt, aber jahrelang in Heidelberg als Kantor und Organist tätig war. Er wird in Saarbrücken auch einen Figuralchor mit klassischen Chorwerken leiten.





Zu den Mitgliedern des Chores zählen gegenwärtig über 100 Sängerinnen und Sänger aus mehreren Ländern.









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